Wenn klare Worte fehlen
Donnerstag, 3. Januar 2008 12:00 | Diesen Artikel twittern!
Wenn klare Worte fehlen, dann wird es schwierig mit der Akzeptanz. Das hat in den letzten drei Tagen die neu eingeführte Werbung auf der Internet-Business-Plattform Xing gezeigt. Zwar war das Schalten von Anzeigen zuvor allen Mitgliedern angekündigt worden, jedoch wurde dabei ein kleines Detail “vergessen”: Auf den so genannten Profilseiten, also dort wo die Mitglieder ihre ”Visitenkarte” zeigen, wird eine nicht zu übersehende große Anzeige neben den geschäftlichen und persönlichen Daten eingeblendet. Das führt zuweilen zu Konstellationen, die für die als Reklamefläche missbrauchte Person nicht amüsant sind. So erschien neben dem Bild des Mitarbeiters einer Bank die leuchtende Anzeige der konkurrierende Bank. Ein Veranstalter hochwertiger Fernreisen muss nun hinnehmen, dass auf seinem Profil die Anzeige eines Billigflugportals zu sehen ist.
Für die Geschäftsführung von Xing irgendwie überraschend sind viele – zahlende – Mitglieder mit dieser Neuerung nicht einverstanden und äußerten ihren Unmut im internen Forum.
Interessant ist, wodurch der “Aufstand” ausgelöst wurde. Nämlich weniger durch die Werbung an sich als vielmehr durch das Vorgehen von Xing. Man fühlte sich als Opfer einer Entscheidung über die Köpfe der so genannten “Mitglieder” hinweg. Mit der Platzierung von Werbung auf der Profilseite, also der Seite der persönlichen Darstellung, hat man den Weg des “Missbrauchs” gewählt anstatt den Weg der Zusammenarbeit.
Hätte es anders funktionieren können? Aber ja. Die Voraussetzungen sind gut, Jeder sieht ein, dass eine Dienstleistung wie die Plattform Xing nicht ohne Kapital arbeiten kann. Werbung den Mitgliedern schmackhaft zu machen, wäre nicht so schwer gewesen. Was nicht funktioniert hat, war, Tatsachen zu schaffen und auf nachträgliche Akzeptanz zu hoffen.
Diese Geschichte ist schönes Beispiel dafür, wie man mit wenigen, einfachen, sachlichen und klaren Worten einen Konflikt hätte vermeiden können. Der Mensch ist nämlich so: Er lässt sich nicht gern etwas vorsetzen oder vorschreiben. Das gilt beispielsweise auch für die Einführung neuer Produkte oder Anweisungen in Bedienungsanleitungen oder auch Formulare. Der Mensch hat es gern, wenn man ihm erklärt, warum er etwas tun oder lassen soll. Dann kann er es meist akzeptieren.






Freitag, 4. Januar 2008 17:02
[…] Erklärerblog […]
Sonntag, 27. Januar 2008 16:21
Frei nach unserem Motto:
Transparenz schafft Akzeptanz.
Gruß vom Elbstrand
Oliver Schuh