Was liegt zwischen den Jahren?
Dienstag, 25. Dezember 2007 1:00 |
Aus naheliegenden Gründen ist es mal wieder an der Zeit, sich dieser Frage zu stellen. Der Zeitraum, auf den sich die Bezeichnung »Zwischen den Jahren« bezieht, ist schnell als die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr identifiziert. So versteht es heute jeder. Das war nicht immer so. Früher war es der Zeitraum zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar (Dreikönigstag oder Epiphanias).
Doch wie kommt es, dass eine Reihe von Tagen, von denen jeder einzelne eindeutig dem einen oder dem anderen Jahr zugeordnet werden kann, sprachlich ziemlich undeutlich und logisch unmöglich »zwischen den Jahren« angesiedelt wird? Der Ursprung dieser Sprachverwirrung ist tatsächliche Verwirrung.
Nachdem Papst Gregor XIII. den Julianischen Kalender durch seinen eigenen, den noch heute geltenden Gregorianischen Kalender ersetzt hatte – Päpste dürfen sowas –, setzte Papst Innozenz XII. noch eins drauf und legte Silvester als den letzten Tag des Jahres fest, ausnahmsweise nicht nach sich selbst benannt, sondern nach Papst Silvester I. Der 24. Dezember des Julianischen Kalenders ist demnach identisch mit dem 6. Januar des Gregorianischen Kalenders.
Ergebnis dieses kaiserlich-päpstlichen Treibens war, dass der Jahreswechsel mal am 24. Dezember, mal am 31. Dezember und mal am 6. Januar stattfand, abhängig von der Kenntnis und der Kirchenzugehörigkeit, römisch-katholisch oder protestantisch. Auf protestantischen Gebieten wehrte man sich fast 100 Jahre gegen die Einführung des neuen Kalenders. So entstand also aus einem Zeitpunkt, bei dem die tatsächliche Datierung unsicher war, ein Zeitraum, der noch heute als »zwischen den Jahren« bekannt ist.
In jüngerer Zeit verbindet man mit dem Begriff aber auch die Zeit der Besinnung, des Ruhens und des »Aufräumens«.
In diesem Sinn: Schöne und entspannte Weihnachts- und Zwischentage!




