Fachwörterbuch für die Software-Dokumentation nicht geeignet

Freitag, 23. Juli 2010 12:00

Abbildung Titel Zastrow Software-Dokumentation Ein neues Fachwörterbuch erfreut die Herzen der Technischen Redakteure, die sich insbesondere mit Software-Dokumentation befassen. Herrscht doch gerade in diesem Bereich eine verwirrende Terminologievielfalt, die sich nicht selten in den Bedienungsanleitungen und Onlinehilfen fortsetzt. Hier ist nebeneinander von »Buttons«, »Schaltflächen« und mitunter auch von »Knöpfen« die Rede. »Icons« stehen neben »Symbolen« und auch »Ikonen« wurden schon in der GUI gesichtet. Und wie lautet noch gleich die korrekte Bezeichnung für dieses kleine Fenster, in dem die Bearbeitungswerkzeuge abgebildet sind und das sich immer automatisch am Rand des Hauptfensters festklebt? Oder heißt es »andockt«?

Soviel ist klar: Es besteht Optimierungsbedarf im Sprachgebrauch der Software-Dokumentation.  Daher leuchten beim Erscheinen eines neuen Fachwörterbuchs die Augen voller Erwartung.

Jörg Schumacher hat das Werk ebenfalls entdeckt und in seinem Blog eine ausführliche Rezension geschrieben. Leider kommt er nicht zu einem positiven Fazit: zu klein, zu eingegrenzt, zu leicht , zu dünn. Aber lesen Sie selbst: »Geblättert: Zastrow – Fachwörterbuch für die Software-Dokumentation«. Schumacher bemängelt unter anderem fehlende Verweise, etwa auf das Sprachenportal von Microsoft. Da hat er nicht ganz unrecht. Auch wenn die Terminologie bei Microsoft ebenfalls nicht immer ganz einheitlich ist:

Screenshot Microsoft Sprachenportal Ansonsten ist dieses Sprachenportal von Microsoft aber eine überaus hilfreiche Quelle und erfreut sich gerade bei Software-Entwicklern hoher Anerkennung (das spart zeitraubende Diskussionen zwischen Entwicklern und Redakteuren).

Thema: Tools, Technische Dokumentation, Wissen | Kommentare (1)

Technik – kompliziert oder nur komplex?

Freitag, 18. Juni 2010 12:00

Foto Donald Norman

Spiegel Online veröffentlichte heute ein hochinteressantes Interview mit dem weltberühmten Informatiker und Kongnitionswissenschaftler der University of California in San Diego, Donald A. Norman. Darin geht es um Komplexität von Technik, die oft verwechselt wird mit Kompliziertheit.

Es ist nämlich keineswegs die Komplexität, die uns jeden Tag zu schaffen macht, sondern die Kompliziertheit neuer Produkte. Und die ist ganz und gar unnötig und vermeidbar, wenn man nur genug nachdenkt und sich dazu ausreichend Zeit nimmt. Komplizierte Dinge, so Don Norman, sind »verwirrend komplex«.

Das vollständige Interview ist unter dem Titel »Ich steige niemals in ein neues Flugzeug« ist auf Spiegel Online zu finden.

Interessant: Etliche der Aussagen lassen sich auch auf Technische Dokumentation oder einfach Bedienungsanleitungen anwenden. Zum Beispiel diese:

»Wir müssen uns die Aktivität als ganzes betrachten und nicht nur einzelne Komponenten.«

»Teil die Dinge in Einzelteile auf, organisiere diese Teile, strukturiere sie. Gib Feedback. Ich will immer wissen, was gerade und warum passiert. Durch eine gute Struktur kann ich mich immer nur auf eine Sache konzentrieren. Letztlich geht es darum, aus einem scheinbar undurchschaubaren Technik-Kuddelmuddel etwas schlüssiges und verständliches zu machen.«

»Heute geht es darum, komplexe Dinge verständlich zu machen. Verständlichkeit ist das Ziel!«

Genau auf den Punkt. Und das hängen wir uns jetzt übers Bett über den Schreibtisch.

Thema: Usability, Wissen, Kommunikation, Verständlichkeit, Ideen | Kommentare (0)

2. Teil des Leitfadens zur Maschinenrichtlinie

Samstag, 12. Juni 2010 12:00

Lange hat es gedauert. Nun endlich ist sie da: die zweite Auflage des Leitfadens zur Anwendung der Maschinenrichtlinie. Der erste Teil wurde Ende 2009 veröffentlicht.

Titel Leitfaden Maschinenrichtlinie

Im Juni 2010 folgt nun die zweite Auflage, die Anmerkungen zu den Anhängen III bis XI enthält. In Anhang I wurden Fehler verbessert und die Anmerkungen zu Ketten und Seilen überarbeitet, um die praktische Anwendbarkeit der Anforderungen klarer zu fassen.

Veröffentlicht ist auch die zweite Auflage des Leitfadens vorerst nur in englischer Sprache unter dem schon bekannten Titel »Guide to application of the Machinery Directive 2006/42/EG«.

Thema: Technische Dokumentation | Kommentare (0)

Keine Besserung in Sicht?

Donnerstag, 6. Mai 2010 12:00

Man gewinnt den Eindruck, dass es in letzter Zeit wieder vermehrt Klagen über schlecht verständliche und unzulängliche Bedienungsanleitungen gibt. Dies scheint insbesondere im Bereich der Konsumgüter der Fall zu sein.

Die Sendung »Umschau« des MDR beleuchtete unter dem Titel »Bedienungsanleitungen: Wo die Verständlichkeit bleibt« am 4. Mai, was passiert, wenn Menschen und Bedienungsanleitungen aufeinander treffen, und zieht das Fazit: Schlechte Erklärungen machen Produkte mangelhaft. Natürlich sorgen auch hier kuriose Übersetzungsfehler für die größten Lacher. Aber das ist nicht der Punkt.

Screenshot MDR

Während sich die Produzenten in der Investitionsgüterindustrie ein Bein ausreißen, um möglichst »wasserdichte« Betriebsanleitungen, beispielsweise nach den Forderungen der neuen Maschinenrichtlinie, zu verfassen (was keinesfalls bedeutet, dass die dargebotenen Informationen dadurch verständlicher werden), scheint bei Konsumgütern das Diktat der möglichst preisgünstigen Produktion, einschließlich einer zusammengeschusterten und anschließend maschinell-billig-entlohnt übersetzten Gebrauchsanweisung, wieder die Oberhand zu gewinnen.

Ist es eigentlich so schwer zu verstehen, dass Serviceleistungen eine enorm große Kraft bei der Kundenbindung sind? Das trifft gerade auf die kostenlosen (und damit vermeintlich unprofitablen) Leistungen zu. Also Beratung, Hilfe bei Problemen, Informationen zur schnellen und effizienten Nutzung und noch ein paar mehr.

Vielleicht ist es aber auch so, dass der Verbraucher gar nicht so mündig ist, wie immer behauptet wird, und nach wie vor reflexartig immer noch vor allem dann zugreift, wenn Produkte mit dem einfachsten Lockruf auf sich aufmerksam machen, den die Konsumwelt kennt: »ICH BIN BILLIG!« Mag sein. Denn was billig war, wird einfach und ohne Schmerzen entsorgt, wenn man nicht zufrieden ist. Und dann geht’s auf zum nächsten Billigkauf. Die Hersteller wundern sich über mangelnde Nachhaltigkeit und hetzen der Braut hinterher. Eine fatale Abwärtsspirale für alle Beteiligten.

Thema: Technische Dokumentation, Marketing, Verständlichkeit, Bedienungsanleitungen | Kommentare (0)

BITKOM: Bedienungsanleitung größtes Lernfeld

Dienstag, 4. Mai 2010 12:00

Titel BITKOM-Untersuchung
BITKOM, der angesehene Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. hat einen »Leitfaden zur Kundenzufriedenheit bei Consumer Electronics« als kostenlose PDF-Datei veröffentlicht.

Verbraucher informieren sich angeblich immer besser, sind kritischer und wechselbereiter. Daher kommt bei Industrie- und Handelsunternehmen der Kundenorientierung  eine wichtigere Rolle im Wettbewerb zu als noch vor wenigen Jahren. Der Arbeitskreis Customer Satisfaction des BITKOM hat aus diesem Grund den Leitfaden zur Kundenzufriedenheit erarbeitet. Dieser fasst den aktuellen Erfahrungsstand zusammen und enthält eine repräsentative Verbraucherumfrage zur Beratungs- und Produktzufriedenheit.

Auch der Aspekt »Bedienungsanleitung« erfährt Beachtung. So heißt es im Leitfaden unter anderem: »Für alle Geräte im Consumer Electronics Bereich gilt jedoch: Die Bedienungsanleitung ist für die Hersteller das größte Lernfeld. Die Gebrauchsanweisung in klar verständlicher Form und einfach zugänglich zu vermitteln fällt bei vielen Geräten noch schwer.«

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Thema: Marketing, Usability, Zahlen, Wissen, Kommunikation, Bedienungsanleitungen | Comments Off